Gelungener Auftakt für den Ü40-Cup

Geschrieben von Harald Lutke.

20110313_queens_1051Die Zeit der Verbalwemserei bei Supermoto.de ist vorbei. Nun war es an der Zeit Fakten zu schaffen und beim ersten Rennen der Saison im Rahmen der Intermoto Saarbrücken vom 12. - 13.03. die Fitness und das Fahrkönnen unter Beweis zu stellen.

Am Samstag strahlte die Sonne mit den angereisten Fahrern von einem wolkenlosen Himmel um die Wette. Die Tatsache das die Sponsorpakete von „MOTUL" an die eingeschriebenen Fahrer verteilt wurden sorgte für weitere Hochstimmung. Beste Voraussetzungen also die Strecke beim freien Training zu testen.

Das Saarbrücken etwas besonderes ist zeigt sich daran das bei keinem anderen Rennlauf der Saison in zwei Gruppen trainiert und in zwei Halbfinalläufen die Fahrer bestimmt werden die entweder im kleinen Finale um die „Goldene Ananas" oder im großen Finale um Wertungspunkte fahren.

Eine Tatsache die keinen Platz für taktische Spielchen in den Trainingsläufen zuließ. Wichtigste Übung des Wochenendes? Sitzenbleiben!!
Eine Übung die Angelika Otto in den freien Trainings nicht gelang. Im ersten freien Training schon zu Boden gegangen war der Abflug beim zweiten freien Training im Offroadbereich so heftig das Sie sich einen Bruch des Unterarms zuzog und mindestens sechs Wochen pausieren muss.

Zeittraining Gruppe A:

Über zehn Runden wechselte die Führung zwischen Vorjahresmeister Jürgen Hüther und Gaststarter Christian Reiß hin und her. Die beiden lieferten sich ein packendes Fernduell wobei sich keiner der beiden mehr als 0,2 - 0,5 sec. vom anderen absetzen konnte. Ab Runde 11 zeigte Christian Reiß dann aber das an ihm kein Weg vorbei führt, setzte sich mit 1,341 sec. von Jürgen Hüther ab, und notierte mit 1:03.307 die Bestzeit für sich. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:06.300 kam Carsten Kögel 2,993 sec. hinter Jürgen Hüther über den Zielstrich. Die Rote Laterne in diesem Trainingslauf beanspruchte die zweite Frau des Starterfeldes Nicol Wiegand mit einer Zeit von 1:21.812 für sich. Peter Martin musste sein Zeittraining in Runde 8 mit einem Plattfuß beenden und konnte seine Zeit von 1:09.96 nicht mehr verbessern.

Zeittraining Gruppe B:

Von weniger Positionskämpfer war das Zeittraining der 2. Gruppe geprägt. Schnell hatte sich Helmut Peter einen 0,5 sec. Vorsprung auf Harald Wirtz herausgearbeitet. Er gab die Führung auch nicht mehr aus der Hand und beendete seinen Turn mit einer Zeit von 1:05.663 und einem Vorsprung von 0,671 sec. auf Harald Wirtz. Spannend war die Aufholjagd von Jörg Fischer auf Matthias Bremer. Sich von Runde zu Runde steigernd konnte Jörg Fischer das Zeittraining mit einer 1:08.683 auf Platz 3 beenden und mit einem Vorsprung von 0,289 sec. Matthias Bremer hinter sich lassen. Die Rote Laterne in diesem Lauf ließ sich Peter Senior Mick zu keinem Zeitpunkt des Trainings aus den Händen nehmen.

Die Karten für zwei spannende Halbfinalläufe waren somit gemischt.

Der Sonntag zeigte sich dann von der nicht so freundlichen Seite. Regenreifen waren beim Warm-up Pflicht da die Strecke durchgängig nass war. Eine Tatsache die Matthias Bremer egal sein konnte hatte doch ein Streckenposten seinen Transporter so geschickt zugeparkt das an ausladen des Renngerätes nicht zu denken war.

Halbfinale A:

Der Trainingsschnellste und Gaststarter Christian Reiß konnte nach einem Sturz am Samstag beim Training der Open-Klasse nicht antreten. Den Start gewann Jürgen Hüther vor Georg Lamberty. Dieser konnte seinen 6. Startplatz optimal nutzen und mit einem Blitzstart als zweiter in die erste Kurve einbiegen. Auf den Plätzen folgten Carsten Kögel und Gerhard Wacker. Georg Lamberty biss sich am führenden Jürgen Hüther fest und konnte den Abstand bis ins Ziel konstant bei knapp 2 sec. halten. Zitat zum Rennen von Harald Wirtz: „Da hat der gute Georg wohl die Aggressivität für sich entdeckt!" Das Ziel von Harald Bollinger war nicht wie im Vorjahr den Weg über den Hoffnungslauf nehmen zu müssen und am Ende mit leeren Händen dazustehen. Er hielt den angreifenden Peter Martin mit Erfolg hinter sich und konnte das Rennen auf Platz 5 beenden. Michael Leonhardt von Platz 13 gestartet musste nach 3 Runden das Rennen aufgeben.

Halbfinale B:

Es roch nach Frühstart von Helmut Peter als sich seine Yamaha noch unter rot in Bewegung setzte. Er zuckte zwar sofort zurück und kam dadurch nur als dritter von der Linie weg aber der Rennleiter verstand keinen Spaß und bat am Ende von Runde zwei zur Stop & Go Strafe. Den Fehler von Helmut Peter nutzten Matthias Bremer und Jörg Fischer aus um die Führung im Rennen zu übernehmen. Das der Rennleiter an diesem Tag nicht zu Scherzen aufgelegt war zeigte sich auch daran das Jörg Göss wegen nicht vollständiger Schutzkleidung (die Brille fehlte) sein Rennen nicht aufnehmen konnte. Nach seiner Zeitstrafe nur noch auf Platz 4 bließ Helmut Peter zur Attacke auf die vor ihm fahrenden. Sein Heil in der Flucht suchend konnte Matthias Bremer an der Spitze seinen Vorsprung auf 3,9 sec. ausbauen. Die um Platz 2 kämpfenden Jörg Fischer, Harald Wirtz und Helmut Peter hätte man zu diesem Zeitpunkt mit einem Handtuch zudecken können. In den Runden 6 - 8 zog der nicht zu haltende Helmut Peter erst an Harald Wirtz und Jörg Fischer sowie an einem leicht schwächelnden Matthias Bremer vorbei und konnte sich bis zum Zielstrich noch einen Vorsprung von fast 11 sec. herausfahren. Harald Wirtz hatte es geschafft im Getümmel der Überrundungen Jörg Fischer und Matthias Bremer hinter sich zu lassen und das Rennen auf Platz 2 zu beenden. Am Ende des Feldes kämpften Peter Senior Mick und Rüdiger Putz um den undankbaren letzten Platz. In der vorletzten Runde nahm Peter Senior Mick dann sein Herz in die Hand und bremste Rüdiger Putz in der Kurve vor Start und Ziel aus und kam auf Platz 13 über die Linie.

Kleines Finale:

Im kleinen Finale mussten unter acht Fahrern die letzten zwei Startplätze für das große Finale ausgefahren werden. An der Startlinie standen aber nur sieben Fahrer da Christian Reiß auch hier wie im Halbfinale verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Fast hätten nur fünf Fahrer an der Startlinie gestanden da Jörg Göss und Achim Freund zu spät am Vorstart erschienen. An dieser Stelle einen Dank an die Verantwortlichen die beide Fahrer doch noch an den Start gehen ließen. Jens Lindenlaub stellte von der Startlinie an klar das einer der Startplätze für das große Finale an ihn gehen sollte.Er verteidigte die Führungsposition erst gegen Peter Senior Mick und ab Runde 3 gegen den ständig angreifenden Rüdiger Putz. Jörg Göss hatte bei diesem Rennen zwar seine Schutzausrüstung komplett konnte in den Kampf um die Spitze aber zu keinem Zeitpunkt eingreifen. Nicol Wiegand konnte sich zwar nicht für das große Finale qualifizieren war mit ihrer Leistung beim Renndebüt aber voll zufrieden.

Großes Finale:

Um 15.36 Uhr war es dann soweit. Das erste direkte Aufeinandertreffen dieses Wochenendes der beiden Dominatoren der letzten Saison:

Jürgen Hüther vs. Helmut Peter

Beim Blick auf die Zeitenausdrucke war jedem Teilnehmer klar, sollte nichts außergewöhnliches passieren, würde der Sieg nur über die beiden führen.
Aufgrund der besseren Zeit im Halbfinale ging die Pole Position an Helmut Peter.
Bei erlöschen der Ampel setzte sich aber gleich Jürgen Hüther an die Spitze des Feldes gefolgt von Georg Lamberty und Gerhard Wacker. Helmut Peter musste sich in der ersten Kurve mit Position 4 zufrieden geben. Beim Getümmel in der ersten Ecke würgte der aus dem Mittelfeld gestartete Welf Ernst sein Renngerät ab und konnte nur als letzter dem Feld hinterher hetzen. An der Spitze baute Jürgen Hüther Runde für Runde seinen Vorsprung mit niedrigen 1:06 Zeiten aus. In Runde 4 konnte Helmut Peter an Gerhard Wacker und Georg Lamberty vorbeischlüpfen und sich an die Verfolgung von Jürgen Hüther machen. Dieser konnte aber den Abstand bis zum Zielstrich konstant zwischen 2,5 und 3,1 sec. halten. In Runde 6 hatte Georg Lamberty dann Gerhard Wacker niedergerungen, setzte sich mit jeder Runde weiter ab und kam mit einem Vorsprung von fast 9 sec. auf Position 3 ins Ziel. Matthias Bremer in Runde 9 noch an Position 6 gelegen musste seinem Konditionsdefizit auch in diesem Rennen Tribut zollen. Er musste Martin Blug, Harald Wirtz und Peter Martin passieren lassen und kam als 9. ins Ziel. Michael Schellberg schaffte es auch in diesem Lauf seinen hecklastigen Prototypen sturzfrei über die Sprünge im Offroad zu bringen und beendete als 15. das Rennen. Die beiden Sieger des kleinen Finales Jens Lindenlaub und Rüdiger Putz beendeten das Rennen auf den Plätzen 21 bzw. 23.

Viele Fahrer waren mit Ihrer Leistung an diesem Wochenende zufrieden. Einige kommentierten Ihr Rennwochenende mit: „Es wäre mehr drin gewesen!"
Die Möglichkeit sich zu steigern und zu beweisen das „mehr drin ist" haben die Damen und Herren vom 03. - 05.06. auf der WM-Strecke von St. Wendel.

Offizieller Pressetext des Ü40-Cup – powered by Wahnsinn

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